
„Was jetzt geschieht, geschieht uns.“ – Zur Aktualität des Romans Das siebte Kreuz (1942) von Anna Seghers
19. Mai 202634. Jahrestagung der Anna-Seghers-Gesellschaft – Aspekte der Rezeption von Anna Seghers in der BRD

Anna Seghers bei einer Lesung in der Volkshochschule Mainz, 04.10.1965 (Foto: Klaus Benz
Aspekte der Rezeption von Anna Seghers in der BRD
Die 34. Jahrestagung der Anna-Seghers-Gesellschaft beschäftigt sich vom 05. bis 07. Juni 2026 mit den unterschiedlichsten Aspekten der Rezeption von Anna Seghers in der BRD. Neben zwei Lesungen findet zudem die Verleihung des Anna-Seghers-Preises 2026 in der Akademie der Künste statt.
2023 haben wir auf unserer Jahrestagung das Thema »Exilliteratur und Anna Seghers – Aspekte der Forschung in der DDR« behandelt. Schon damals hatten wir angekündigt, den Blick auch auf die Beschäftigung mit Leben und Werk von Anna Seghers im Westen Deutschlands zu werfen.
Auf unserer diesjährigen Tagung soll nun die Rezeption von Anna Seghers in den Westzonen bzw. der Bundesrepublik zwischen 1945 und 1990 an ausgewählten Beispielen genauer betrachtet werden.
Direkt nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges hatte der Name Anna Seghers in den Westzonen einen guten Klang. 1947 bekam sie den Georg-Büchner-Preis in Darm-
stadt, im gleichen Jahr erschien »Das siebte Kreuz« im Verlag Kurt Desch in München und ein Jahr später bei Rowohlt als Rotations-Roman. Nach der Gründung der beiden deutschen Staaten und in der Hochzeit des Kalten Krieges, den 1950er- und 1960er-Jahren, wurde Seghers –wie der Großteil der Literatur des Exils insgesamt – kaum zur Kenntnis genommen. Vor allem ihre in der DDR entstandenen Werke (»Die Entscheidung«, »Das Vertrauen«) wurden in zum Teil polemischer Weise abgewertet, z. B.
durch den bekannten Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki.
Noch 1962 gab es heftige Anfeindungen, als der Luchterhand-Verlag den Roman »Das siebte Kreuz« der westdeutschen Öffentlichkeit wieder zugänglich machen wollte. In den 1970er-Jahren »entspannte« sich die Situation, und 1977 konnte die erste Werkausgabe von Anna Seghers in der BRD erscheinen. Im gleichen Jahr allerdings entflammte ein heftiger öffentlicher Streit um die Zuerkennung der Ehrenbürgerwürde durch die Universität Mainz, die ihr – trotz aller Kritik – am 23. Juni 1977 verliehen wurde.
Es sollte dann vier weitere Jahre dauern, bis der damalige Mainzer Oberbürgermeister Jockel Fuchs (SPD) Anna Seghers in ihrer Wohnung in Berlin-Adlershof auch die Ehrenbürgerurkunde der Stadt überreichen konnte
VERANSTALTUNG:
FREITAG, 05.06.2026
Lesung mit Laura Laabs aus ihrem
Nachwenderoman „Adlergestell“ (2025)
ZEIT: 19.00 Uhr
ORT: Literaturforum im Brechthaus, Chausseestr. 125
SAMSTAG, 06.06.2026
Wissenschaftliche Tagung
ZEIT: 10.00 Uhr bis 16.15 Uhr
ORT: Literaturforum im Brechthaus, Chausseestr. 125
Verleihung des Anna Seghers-Preises 2026
danach Empfang durch die Stiftung
ZEIT: 19.00 Uhr
ORT: Akademie der Künste
Pariser Platz 4
SONNTAG, 07.06.2026
Nein, von viel weiter her. Aus Europa.“ Lesung – mit Auszügen aus „Transit“, ,,Ausflug der toten Mädchen“ und ausgewählten Briefen. Es lesen Kathleen Morgeneyer und Paul Zichner
ZEIT: 15.00 Uhr
ORT: Werkraum / Berliner Ensemble
Bertolt-Brecht-Platz 1
15.00 Uhr
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